Siedlungsentwicklung des Ortsteils Kirnberg

Chronik des Ortes Kirnberg

Kirnberg, das früher Kürnberg, Kürenberg und Kurenberg hieß, verdankt seinen Namen der ehemaligen Dorfmühle. Kirn (Kürn) ist ein mittelhochdeutsches Wort und bedeutet Mühle oder Mühlstein (kürnen = mahlen, zermahlen). Kirnberg ist also der Berg an oder bei der Mühle. Der Ort und seine zugehörigen Weiler Wildenhof, Pleikartshof und Speierhof sind wohl Ausbauorte von Gebsattel. Die Gründung wird im 9. oder 10. Jahrhundert vermutet. Zu dieser Zeit haben ritterliche Adelsfamilien mit der Anlage von Turmhügeln (Frühburgen) Flächen erschlossen. Gern setzte man solche Turmburgen in aufgestaute Wasserläufe oder - wie in Wildenhof - an den Rand eines Weihers, weil das umgebende Wasser die Sicherheit der Anlage erhöhte.
Der ehemalige Turmhügel von Kirnberg ist im Katalog für Vor- und Frühgeschichte wie folgt beschrieben: "Der fast völlig verschwundene Turmhügel lag in einem künstlich eingegrabenen etwa rechteckigen, fast quadratischen Weiher von 60 zu 55 m im Tal des Wildenhofer Baches, direkt südlich des Bachlaufes in seinem Hochufer. Von seiner Nordostecke aus führte ein 70 m langer, 7 - 12 m breiter Graben zum Bach hin, durch den der Weiher aufgefüllt werden konnte. Ein Abfluss befand sich wohl im Südwesten, wo das Gelände in die flache Talmulde übergeht. Im Nordteil des Weihers lag der rundliche, leicht ovale Turmhügel mit seinem Basisdurchmesser von etwa 35 zu 30 m. Über seine Höhe und die Größe des Plateaus lassen sich keine Angaben mehr machen, doch dürfte er nach der Menge des für den Weiher ausgehobenen Erdmaterials seine Umgebung um ein Beträchtliches überragt haben. In den Jahren um 1920 wurde der Hügel zur Feldmelioration fast völlig abgegraben; der Graben (Grund des Weihers) ist heute höchstens noch zwei Meter tief, der rundliche Buckel, der den Rest des Turmhügels darstellt, erhebt sich noch gut einen Meter über ihn. Urkundlich ist eine Burg Kirnberg in der 1. Hälfte des 13. Jh. erwähnt."

Der mittelalterliche Turmhügel von Kirnberg nach der Aufnahme vom Jahre 1923, (Aufnahme Messungsamt Rothenburg [Korn] 1923)
 

Die Burg Kirnberg ist vermutlich im 15. Jahrhundert, ebenso wie der Turmhügel in Wildenhof, zerstört worden. Eine zerstörte Burg wurde als "Burgstall" bezeichnet. In Kirnberg besaß Heinrich Toppler 1408 neben mehreren Anwesen noch ,,den Wassergraben um den Burghof". Die Burg Kirnberg selbst existierte offenbar zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Insbesondere der Dreißigjährige Krieg führte schon 1641 zu einer Verödung von Kirnberg und seinen Nebenorten. Die Pest tat ein Übriges.
1618, zu Kriegsbeginn, hatten in Wildenhof und Speierhof je drei Familien, in Pleikartshof zwei Familien und in Kirnberg sieben Bauernfamilien gewohnt.
1641 waren es insgesamt nur noch drei Familien.
1657 hatte Kirnberg wieder sieben bewirtschaftete Anwesen, die Außenorte waren noch unbewohnt.

Quelle: Kirnberg, Chronik eines fränkischen Dorfes
Autor: Anton Müller, 1985

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