Die Sage vom Teufelsstein bei Rödersdorf

Teufelsstein heißt heute der Berg, an dessen Fuße die Ortschaft Rödersdorf liegt. Dieser wiederum hat seinen Namen von einem mächtigen Felsbrocken, der lange Zeit am Waldrand lag, bis ihn die Rödersdorfer nach und nach zu Baumaterial verarbeitet hatten. Der Stein war den Leuten schon immer verdächtig, da er aus einem Material bestand, welches nirgendwo sonst in der Umgebung vorkam. Wie so oft in der Vergangenheit, reimten sich die Leute auch bei dieser ihnen unerklärlichen Erscheinung eine passende Geschichte zusammen. Es entstand die Sage vom Teufelsstein.
St. Peter und Paul, Detwang
Als einst in Detwang im Taubertal das erste Kirchlein gebaut wurde, ärgerte das den Teufel so sehr, dass er beschloss, es umgehend zu zerstören. Er suchte sich einen mächtigen Felsbrocken und machte sich damit auf den Weg nach Detwang. Als er in die Nähe von Rödersdorf kam, begegnete er am Waldrand einem alten Weiblein, das auf dem Rücken einen Korb voller durchgelaufener Schuhe trug. Auch das Netz am Arm war mit Schuhen vollgestopft, welche die Alte für ihre Nachbarn zum Schuster tragen wollte.
Der Teufel, erschöpft von der schweren Last des Felsbrockens, brüllte sie an und wollte wissen, wie er zu dem neuen Kirchlein komme und wie weit es noch bis dahin sei.
Am Schwefelgeruch und an dem seltsam geformten linken Fuß erkannte die schlaue Frau sofort, wen sie da vor sich hatte. Voller List antwortete sie: »Schau nur meine Schuhe an! Die habe ich auf dem Weg von Detwang nach hier alle durchgelaufen.«
Als der Teufel das hörte und daran dachte, dass er den schweren Brocken noch so weit schleppen müsste, geriet er in Wut und schleuderte ihn zur Seite. Kurz darauf war er verschwunden.
Als die Alte den Stein näher betrachtete, sah sie dort, wo der Leibhaftige ihn mit seinen glühenden Fingern festgehalten hatte, große Löcher. Froh, dass ihr nichts zugestoßen war, ging sie weiter.

Heute scheint das Geheimnis um diesen Stein gelüftet. Als nämlich vor Millionen von Jahren ein Meteorit mit unvorstellbarer Gewalt im Gebiet des heutigen Ries einschlug, wurde das Felsgestein über weite Entfernungen in alle Himmelsrichtungen geschleudert. Ein solcher Brocken ging schließlich hahe dem heutigen Rödersdorf nieder, immerhin fast 80 km vom Ries entfernt.

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